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30.04.2019 14:42 Alter: 168 days
Kategorie: Schulnews 2018/2019

....."ganznah" Landläufige Geschichten vom Berühren im 4 OG des Vorarlberger Landesmuseum...


Passend zum bevorstehenden Diplom-Abschluss Familienarbeit machten wir, die 6bf, Ende März 2019 eine Exkursion ins Vorarlberger Landesmuseum.

Bild 1

Die Ausstellung "ganznah" gab uns einen interessanten Einblick in die jüngere Zeitgeschichte und zeigt ein Panorama landläufiger Berührungskulturen. Berührung kann grenzüberschreitend sein und provozierend, kann Bedrohung oder Lustgewinn bedeuten, für Urvertrauen stehen und zeigt, wie Menschen aus unterschiedlichen Professionen das Thema Berühren zwischen Bedürfnis, Tabu und Verweigerung erleben.

Bild 2

Die Ausstellungsexponate eines Trapezkünstlers aus Feldkirch, der im weltberühmten Zirkus Sarrasani auftrat, fesselte ebenso unser Interesse, wie Geräte und Utensilien, die rund um die Pflege von einer Krankenschwester gesammelt wurden.

Bild 3

In spannenden Interviews berichteten verschieden Personen über ihre Berufe und damit verbundene Tabus und Vorurteile:

Ein Imam, der rituelle Totenwaschungen vornimmt. Ein Tatookünstler, eine Boxerin und eine Berührerin, die als „Prostituierte“ stigmatisiert wurde, berichten über Tabus, die mit ihren Berufen häufig verbunden werden.

 

Die Berührerin

Besonders bewegt und berührt hat mich die Erzählung der Berührerin (Beruf - Sexualbegleitung). Die Art wie sie von ihren Begegnungen mit den verschiedensten Menschen berichtet hat, ist mir sehr eindrucksvoll in Erinnerung geblieben.

Auch den Umgang, wie sie die körperliche Nähe und Distanz trotz Nacktheit beschrieb, fand ich spannend. Wie sie erklärte, wie sie auf die Mimik, Gestik und Körperspannung der einzelnen Personen achtete, um ihn ihrer Arbeit nicht übergriffig zu werden, faszinierte mich. Die zärtlichen Berührungen (zB mit einer Feder), die sie schilderte und im gleichen Zug sagte, „Lieber etwas zu wenig geben als wie zu viel machen“, gefiel mir.

Generell, die Leidenschaft und einfühlsame Art mit der sie über ihren ehemaligen Beruf erzählte, bestärkte mich darin, dass ich noch mehr der Meinung bin, dass es für Menschen mit Beeinträchtigung eine Möglichkeit der Sexualbegleitung in Vorarlberg geben sollte.

Nicola Pfanner -  Statement zu den Vertreter*innen unterschiedlicher Berufsgruppen und ihrem Umgang zu Nähe und Distanz im beruflichen Kontext.