Geschichte

Die Schule wurde 1956 von Monsignore Edwin Fasching und der Gemeinschaft, Werk der Frohbotschaft Batschuns als "Familienhelferinnenschule" gegründet. 

Seit dem Jahr 1993 wurden unter der "Lehranstalt für Sozialberufe" zwei Ausbildungen angeboten: 

FS Altendienste/Pflegehilfe und FS Familienhilfe/Pflegehilfe  

Mit dem neuen Gesetz für Sozialbetreuungsberufe, das im März 2007 von der Vorarlberger Landesregierung beschlossen wurde, ändern sich auch die Ausbildungen an unserer Schule. 

  • Diplom-SozialbetreuerIn Altenarbeit
  • Fach-SozialbetreuerIn Altenarbeit
  • Diplom-SozialbetreuerIn Familienarbeit


Familienhelferinnenschule Bregenz  

In den 50er Jahren wurden – bedingt durch den Mangel an Arbeitskräften und andere gesellschaftliche Veränderungen – sehr viele Frauen berufstätig. Viele, oft alleinstehende, Frauen hatten bis dahin in anderen Haushalten mitgeholfen; nun hatten zahlreiche Mütter die Aufgaben des Haushaltes und der Kindererziehung allein zu bewältigen. Noch prekärer wurde die Situation, wenn auch noch die Mutter durch Berufstätigkeit oder Krankheit ausfiel. So entstand die Idee, die dringend notwendige Familienhilfe zu einem Beruf zu machen.

Am 1. Februar 1956 gründete Mons. Dr. Edwin Fasching die Familienhelferinnenschule in Bregenz. Schulträger war von Beginn an das Werk der Frohbotschaft Batschuns. Frida Weber übernahm die Leitung der Schule und des verpflichtenden Internats. Fräulein Weber (wie sie genannt wurde) prägte die Ausbildung sehr durch ihre Religiosität, die sie an die Schülerinnen weitergab; auch Gehorsam, Zurückhaltung und das Selbstverständnis, eine Dienerin der Familie zu sein, gehörten zu den Tugenden einer Familienhelferin.

Die anfangs sehr kleine Schule bestand aus zwei Wohnungen; die eine beherbergte das Internat, in der anderen fand der Unterricht statt. In der ersten Klasse wurden neun Helferinnen ausgebildet. Der Unterricht fand nachmittags statt, am Vormittag arbeiteten die Schülerinnen in ihren Lehrhaushalten.

Erst im Juni 1969 übersiedelte die Schule in die neuen Räumlichkeiten in der Heldendankstraße 50.  Nicht nur der Standort der Schule veränderte sich, sondern auch das Berufsbild und das Verständnis der Familienhelferin. Die Ausbildung entwickelte sich weiter. Das machte sich auch am Äußeren bemerkbar. Bis in die 80er Jahre trug die Familienhelferin eine adrette Tracht mit weißer Schürze und weißem Häubchen. Am Ende des Probejahres wurde eine Dienstbrosche verliehen, die die Trägerin als geprüfte Fachkraft auswies. Erst in den 90er Jahren, als Annelies Burtscher die Leitung inne hatte, wurde die damals viersemestrige Ausbildung sofort mit Abschlusszeugnis und Dienstbrosche beendet.

Im Herbst 1997 übernahm Katharina Lang die Leitung der Schule und veränderte vieles, auch die Organisation von Unterricht und Praktikum. Seither besuchen die Schülerinnen an zwei Wochentagen den Unterricht und absolvieren an drei Tagen verschiedene Praktika: in Familien, bei Erziehung und Pflege oder in der öffentlichen Wohlfahrt.

Seit 2002 werden erfreulicherweise erstmals auch junge Männer zum Familienhelfer ausgebildet. 2005 musste schließlich das Gebäude erweitert werden, um dem vermehrten Interesse und den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Obwohl sich also der Beruf der Familienhelferin sehr verändert hat, ist ihre enorme Wichtigkeit gleich geblieben; derzeit sind in Vorarlberg ca. 35 Familienhelferinnen tätig.

Eine Familienhelferin stellt eine effiziente und auch präventiv wirkende Hilfe dar. Die Qualifikation wird sichergestellt durch die fundierte dreijährige Ausbildung an der Lehranstalt für Sozialberufe mit Abschluss als FamilienhelferIn und auch durch regelmäßige Weiterbildungen. Nach dem vorliegenden Gesetzesentwurf wird sich die Ausbildung zur „Diplomierten Sozialbetreuerin für Familienarbeit“ weiterentwickeln.

Im Laufe der Zeit veränderte sich aber nicht nur die Ausbildung, sondern auch gesellschaftliche und familiäre Situationen und dadurch auch die Anforderungen an die Familienhelferin.
Heute erleben  FamilienhelferInnen die unterschiedlichsten Familien:

  • Familien aus verschiedensten Kulturen,
  • Familien mit Adoptivkindern,
  • Pflegekindern oder Tageskindern,
  • Familien mit Kindern mit Behinderung,
  • Familien mit Angehörigen, die gepflegt werden, und viele andere mehr.

Familienhilfe soll zunehmend mehr Hilfe zur Selbsthilfe sein.

Die Familie soll Rückzugsort und Kraftquelle sein, sie soll Geborgenheit und Wärme geben. Vor allem für die Kinder einer Familie ist das wichtig. Gerät das Familienleben durch irgendein Ereignis aus der Balance, kann Hilfe von außen erforderlich sein.

Es gibt unterschiedlichste Situationen, in denen eine Familienhelferin in Anspruch genommen werden kann.

  1. wenn Eltern an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen, sei es körperlich oder seelisch
  2. wenn ein Elternteil erkrankt ist, ins Krankenhaus oder auf Kur gehen muss
  3. Begleitung des Kindes bei einem Krankenhausaufenthalt
  4. wenn die Familie ein (weiteres) Kind bekommt
  5. wenn es in einer Familie einen Unfall oder Todesfall gibt

Familienhilfe heißt heute also, eine Familie vorübergehend oder auch dauerhaft zu unterstützen, zuzupacken und mitzuhelfen, wo es gerade notwendig ist. Wichtig dabei ist, ein Gespür für die jeweiligen Situationen zu entwickeln, etwa die Mutter zu unterstützen und zu vertreten, sie aber nicht ersetzen zu wollen. Der Beruf erfordert natürlich auch und vor allem Freude an der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und alten Menschen und die Bereitschaft, sich so einzusetzen, wie es die jeweilige Tätigkeit erfordert. Trotz allen Engagements muss sich eine Familienhelferin aber bewusst abgrenzen und zurücknehmen, wenn es notwendig ist.

Heute tun also Familienhelferinnen und Familenhelfer ihre Arbeit ohne Schürze und Häubchen in Jeans und T-Shirt, oft beinahe unbemerkt von ihrem Umfeld. Trotz aller Veränderungen sind jedoch manche Dinge heute gleich aktuell wie 1956. Mons. Fasching sagte im Februar 1956 in seiner Eröffnungsrede:

 „In der Familie geht es vor allem um das Kind. Es ist auf diesen Lebensraum angewiesen. Die Familie ist seine Geborgenheit, sein Zentrum, seine Lebensmöglichkeit.“ Und das sollte auch heute noch gelten.